Totale Sonnenfinsternis 1999 in der Normandie (Fortsetzung)

Also galt es, die Himmelsrichtungen korrekt zu bestimmen. Leider hatten wir zwar eine ungeheure Menge technischer Geräte dabei, aber nicht daran gedacht, uns einen Kompaß oder eine Tabelle der örtlichen Anfangs- und Endzeiten der Finsternis zu besorgen - immerhin ging es um Minuten. Letzteres löste sich durch einen (ohnehin erforderlichen) Besuch der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Ecretteville, dort hingen alle Daten aus. Fehlte noch die Nordrichtung. Also: Per GPS den Längengrad bestimmt, mit dem Auto einen Kilometer nach Süden gefahren und dort so lange hin- und hergekreuzt, bis der Längengrad wieder derselbe war. Kurz bescheidgefunkt, und wenn dann das Teleskop auf das Auto ausgerichtet wurde, zeigte es genau nach Süden. Bestimmung der Nordrichtung
Warten auf ... Warten ... Die Teleskope sind ausgerichtet, die Nachführung läuft, in mindestens sechs Okularen ist die sich langsam verfinsternde Sonne zu sehen. Profis schauen aber lieber auf den Videomonitor.
In jedem guten Astronomiebuch steht, die Tiere spielen verrückt, wenn die Sonne sich verfinstert. Tatsächlich lief bei uns plötzlich ein Reh durch die Felder, das von allen Anwesenden bestaunt wurde. Fragt sich nur: a) War das Tierchen wirklich wegen der Sonnenfinsternis aufgeregt (die noch gar nicht angefangen hatte)? b) Sind nicht eher die Leute ein bißchen, naja, ...? Und c) Warum telephonieren eigentlich alle? Als ob man nichts Besseres zu tun hätte. Wilde Tiere